Thesen und Kriterienkatalog für die Qualität arbeitswissenschaftlicher Beratungsleistung am Beispiel der öffentlichen Verwaltung


Dr. E. Lehmann, Landesanstalt für Arbeitsschutz NRW, Düsseldorf

Arbeitswissenschaftliche Beratung ist eine Dienstleistung, deren Qualität objektive Kriterien, z.B. gesetzliche Vorgaben, einerseits und Anforderungen des Kunden, seine Erwartungen, seine Zufriedenheit, andererseits bestimmen. In Anlehnung an den Qualitätsbegriff nach DIN EN ISO 8402 wird Qualität arbeitswissenschaftlicher Beratung beschrieben als „Gesamtheit der Merkmale eines Prozesses oder Objektes hinsichtlich der Eignung, vorgegebene Erfordernisse in Sinne des Kunden und unter Berücksichtigung des aktuellen Standes der Arbeitswissenschaft zu erfüllen“. Zu den Kundenerwartungen gehört in der Regel, dass die arbeitswissenschaftliche Beratung kostengünstig erbracht wird. Hinsichtlich der Qualitätsanforderungen können jedoch in Verbindung mit einer Kostenbewertung nur die Ziele gelten: „Steigerung der Qualität bei gleichen Kosten“ oder „Senkung der Kosten bei gleicher Qualität“. Aus dem beschriebenen Qualitätsbegriff ergeben sich drei Dimensionen, die für die Qualität arbeitswissenschaftlicher Beratungsdienstleistungen maßgeblich sind: Strukturqualität (Input-Betrachtung, Prozessqualität (Throughput -Betrachtung) und Ergebnisqualität (Output-Betrachtung). Im Zuge von Reorganisationsprozessen, insbesondere bei der Einführung neuer Arbeitsformen oder neuer Technologien greift der öffentliche Dienst häufig auf externe Berater zurück. Dabei wird ein Kriterienkatalog für die geforderten arbeitswissenschaftlichen Dienstleistungen verwendet, der sich an einem umfassenden Qualitätsverständnis orientiert.


Dr. Eleftheria Lehmann

Kurzbiografie

15.03.1947 geboren in Chania, Griechenland

Studium

09.04.1968 Diplom-Chemiker-Vorprüfung, Justus-Liebig-Universität Gießen

27.05.1971 Verleihung des akademischen Grades Dipl.-Chem., Universität

Dortmund

27.02.1973 Promotion zum Dr. rer. nat. an der Abteilung Chemie der Universität Dortmund

Beruflicher Werdegang

1971 - 1978 wiss. Mitarbeiterin an der Universität Dortmund

Arbeitsgebiete: Chemie der 6. und 7. Hauptgruppe

(Halogenide, Interhalogenverbindungen, Oxide)

01.08.1978 Einstellung als wiss. Mitarbeiterin bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Unfallforschung (BAU)

1982 Ernennung zur Direktorin und Professorin bei der BAU und Bestellung zur Gruppenleiterin bei der BAU; Arbeitsgebiete: Entwicklung und Erprobung von Messmethoden und Messstrategien für gefährliche Stoffe; Feldmessungen; Belastungsanalysen

1991 Bestellung zur Abteilungsleiterin Grundsatzfragen bei der BAU Arbeitsgebiete: Planung und Koordinierung der Forschung; Arbeitsschutzkonzepte; Gesundheitsförderung; Arbeitsorganisation; Arbeitszeit; sozialer Arbeitsschutz; Statistik; arbeitsmedizinische Fragen; ökonomische Fragen.

1994 Vertreterin des Präsidenten der BAU

seit 01.02.1996 Präsidentin der Landesanstalt für Arbeitsschutz NRW

Mitglied in Expertengremien (national, europäisch); zahlreiche wissenschaftliche

Veröffentlichungen auf dem Gebiet des Arbeitsschutzes.